Afghanische Frauen sind nicht nur Opfer von Unterdrückung“

Nadia Qani-Schwarz

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Verein „Zan“ in Frankfurt

Vor 25 Jahren gründete Nadia Qani einen Verein, um afghanische Frauen auf dem Weg in ein selbst bestimmtes Leben zu begleiten. Jetzt verleiht sie mit „Zan“ erstmals einen eigenen Preis.

Yasemin Kamisli / 19. August 2026, 12.11 Uhr

Nadia Qani kennt die Macht der Bilder. Wer an Afghanistan denkt, hat meist Terror, Unterdrückung und Zerstörung vor Augen. Das sind Assoziationen, die angesichts der aktuellen Lage durchaus ihre Berechtigung haben. „Seit der Machtübernahme der Taliban erleben wir fast täglich Nachrichten über den systematischen Ausschluss von Frauen aus Bildung, Beruf und öffentlichem Leben“, betont Qani im Gespräch mit dem JOURNAL FRANKFURT. Und doch warnt sie vor einem verengten Blick: Diese Nachrichten dürfen nicht das einzige Bild sein, das das Wesen und die Stärke afghanischer Frauen definiert.

Verein setzt sich für Frauen aus Afghanistan ein

Das war einer der Gründe, wieso sie vor 25 Jahren den Verein „Zan“ (zu deutsch: Frau) in Frankfurt ins Leben gerufen hat. „Besonders wichtig ist uns, Frauen zu stärken, damit sie ihre Interessen selbst vertreten und aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen können“, so Qani. Denn so selbstverständlich ist das nicht.

Das weiß die Gründerin aus eigener Erfahrung. Qani ist selbst 1980 aus Afghanistan nach Deutschland geflohen und kennt die Hürden, mit denen Frauen konfrontiert sind. Der Verein mit Sitz an der Mainzer Landstraße bietet entsprechend Sprachkurse, Beratung sowie Projekte zur beruflichen Integration an.

Erster Gründerinnenpreis für afghanische Frauen

Darüber hinaus schreibt der Verein jetzt erstmals einen Gründerinnenpreis aus, der nach Nadia Qani benannt wurde. Der bundesweite Wettbewerb richtet sich explizit an afghanische Frauen in Deutschland, die in den vergangenen fünf Jahren ein Unternehmen gegründet haben. „Afghanische Frauen sind nicht nur Opfer von Unterdrückung“, sagt Qani. Vielmehr geht es darum, mit dem Preis Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen. Und, so sagt es die Gründerin, bewusst einen Kontrastpunkt zu den Bildern zu setzen, die häufig mit Afghanistan verbunden werden.

Der Preis ist mit 5000 Euro Preisgeld sowie einem persönlichen Mentoring durch Nadia Qani dotiert. Sie hat sich über Jahre ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und betreibt den AHP kultursensiblen Pflegedienst.

In der Jury sitzt neben Qani unter anderem die ehemalige Bundeswirtschafsministerin und Angel-Investorin Brigitte Zypries, die Unternehmerin Angelika Zülch-Busold (Wacker’s Kaffee) sowie Shila Zare (Apfel Apotheke Frankfurt).

Bewerbungen werden noch bis zum 5. September über die Webseite entgegen genommen. Die Preisverleihung findet dann am 10. September um Rahmen des Jubiläumsfestaktes von „Zan“ in Frankfurt statt.Info
Der Verein „Zan“ wurde 2001 in Frankfurt gegründet und setzt sich für die Rechte, Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe afghanischer Frauen ein. Das Team begleitet Frauen beispielsweise auf ihrem Weg in Bildung und Selbstständigkeit.

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Yasemin Kamisli

Yasemin Kamisli

Jahrgang 2001, Studium der Amerikanistik und Ethnologie an der Goethe-Universität in Frankfurt, Volontariat bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit Juni 2026 Redakteurin beim Journal Frankfurt.

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