Kürzlich las ich mit großem Interesse das Buch „Vom Hindukusch in die Freiheit“, das von Herrn Ramesh Talwar, einem gebildeten afghanischen Hindu aus Frankfurt, geschrieben wurde.
Im Oktober 2025 wurden das Buch von Herrn Talwar sowie drei meiner Bücher auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und präsentiert. Die Bücher stießen bei den anderen Teilnehmern auf großes Interesse und Anerkennung. Viele von ihnen erfuhren dabei zum ersten Mal von der Existenz der Hindus und Sikhs in Afghanistan.
Ich erinnere mich daran, dass ich Ende der 1990er-Jahre in Deutschland erstmals eine kleine Abhandlung von Dr. Om Prakash Piassa über den höchsten Namen Gottes, OM, seine Formen und den Shivling las. Bis dahin war mir kein anderes Buch eines afghanischen Hindus oder Sikhs in deutscher Sprache bekannt.
Nach der Veröffentlichung meines persischsprachigen Buches „Wir, die alten Bewohner dieses Landes“ wurde mir das Interesse der jüngeren Generation an der Geschichte der afghanischen Hindus und Sikhs noch deutlicher bewusst. Mit der Unterstützung meiner Kinder schrieb ich daraufhin das Buch „Die Gefährten Afghanistans“.
Im Jahr 2015 oder 2016 erhielt ich zudem ein weiteres Buch von Dr. Om Prakash Piassa mit dem Titel „Eine Reise in die Vergangenheit der Hindus und Sikhs in Afghanistan“.
Erwähnenswert ist, dass das Buch von Herrn Talwar sehr interessant ist. Er erzählt in seinem eindrucksvollen Buch mit großer Aufrichtigkeit und Liebe zu seinem Geburtsort seine Lebensgeschichte – von Kabul bis zu seiner zweiten Heimat Deutschland. Er berichtet davon, wie er eingeschult wurde und was er während seiner Schulzeit erlebte. Er schildert die schwierige wirtschaftliche Lage seiner Familie, seine Arbeit auf dem Shahzad-Markt sowie sein Talent und seine Beharrlichkeit, durch die er ein Stipendium für ein Studium in der damaligen Sowjetunion erhielt.

Darüber hinaus beschreibt er den Erwerb seines pädagogischen Diploms, seine Rückkehr in die Heimat, die Widersprüche des damals herrschenden Regimes und schließlich seine Entscheidung, den gefährlichen und beschwerlichen Weg der Emigration nach Deutschland auf sich zu nehmen. All diese Erfahrungen haben ihn geprägt und führten schließlich dazu, dass Deutschland zu seiner zweiten Heimat wurde und er die deutsche Staatsbürgerschaft erlangte.
Die Zeit, von der Herr Talwar erzählt, haben auch ich und einige Angehörige der älteren Generation in all ihren Facetten miterlebt. Wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Aufgrund dieses gemeinsamen Erlebens kann ich vieles von dem bestätigen, was er beschreibt. Es ist eine gemeinsame Geschichte voller Freude und Trauer.

Herr Talwars Buch ist kein Roman, den man lediglich aus der Perspektive eines Geschichtenerzählers lesen sollte. Ebenso wenig ist es ein historisches Werk, das fehlende Quellen beklagt oder eine umfassende Dokumentation geschichtlicher Ereignisse anstrebt. Vielmehr handelt es sich um die Biografie eines jungen Mannes, der seine persönlichen Erlebnisse und Beobachtungen ehrlich und wahrheitsgetreu niedergeschrieben hat.
Das Buch wurde im R. G. Fischer Verlag veröffentlicht und kann dort bestellt werden. Es umfasst 185 Seiten und ist in einer ansprechenden Aufmachung erhältlich.
Kabulnath empfiehlt dieses lesenswerte Buch insbesondere jungen Hindus und Sikhs, das Afghanistan entweder noch nie besucht haben oder zum Zeitpunkt ihrer Auswanderung noch sehr jung waren.





